Vorbeugen und gegensteuern – keine Chance für typische Job-Beschwerden

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Potentielle Gesundheitsfallen im Job lassen sich leicht umgehen – vorausgesetzt, man weiß, wo sie lauern. Welche Ursachen sich hinter typischen Beschwerden verbergen können und wie man gezielt vorbeugen und gegensteuert kann, haben wir für Sie zusammengefasst.


Rückenschmerzen, Verspannungen in Schulter und Nacken, Mausarm

Muskel-Skelett-Erkrankungen führen quer durch alle Berufsgruppen die Krankheitsstatistik an, etwa ein Viertel aller Krankschreibungen gingen in den letzten Jahren auf ihr Konto. Neben Rückenschmerzen sind hartnäckige Verspannungen und Schmerzen im Nacken und in der Schulter häufig. Einseitige Belastungen wie Klicken und Tippen am Computer - der Mausarm steht für Schmerzen im Handgelenk, im Unterarm oder an der Außenseite des Ellenbogens, Taubheit, Schwere oder Kribbeln in den Fingern.

Ursache

Schuld an 80 Prozent der Rückenbeschwerden und Schmerzen in Nacken und Schulter sind verspannte Muskeln. Verspannungen der Rückenmuskulatur führen dabei oft zu Schmerzen im unteren Rücken, Verspannungen im Nacken häufig zu Kopf- und Nackenschmerzen. Stress, einseitige Belastung und langes Sitzen ohne körperlichen Ausgleich können eine Ursache der Beschwerden sein, die im schlimmsten Fall jede Bewegung zur Qual werden lassen. Bei Stress und psychischer Anspannung ziehen wir die Schultern hoch und verkrampfen unsere Muskulatur. Ebenfalls Gift für unseren Bewegungsapparat sind leichte, aber monotone Bewegungen einzelner Muskelgruppen über lange Zeit, während andere gar nicht beansprucht werden.

Wie kann man gegensteuern?

Was verhärteten und verspannten Muskeln gut tut, ist sonnenklar: Bewegungstraining und Entspannung. Wird beides mit einem ergonomischen Arbeitsplatz kombiniert, haben Zwangshaltungen keine Chance.


Psychische Belastungen – Erschöpfung, Depression, Ängste, Süchte, Mobbing und Co.

Quer durch alle Branchen haben seelische Belastungen in den letzten 30 Jahren stark zugenommen. Heute fehlen Arbeitnehmer in etwa 15 Prozent der Fälle wegen einer psychischen Erkrankung. Die Zahlen sind nicht sehr aussagekräftig, da auch körperliche Erkrankungen oft auf eine psychische Fehlbelastung zurückgehen.

Ursache

Zwar gibt es für Depressionen, Ängste usw. weit mehr Ursachen als „nur“ Stress, aber viele psychische Schwierigkeiten werden durch Stress verstärkt oder sogar ausgelöst. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat beruflichen Stress aus diesem Grund zu "einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts" erklärt. Termin- und Leistungsdruck, ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge und Unterbrechungen bei der Arbeit empfanden Beschäftigte bei Befragungen als besonders belastend. Laut einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Institutes werden diese Faktoren noch durch zwei weitere getoppt: Miese Stimmung im Unternehmen und persönliche Konflikte am Arbeitsplatz.

Wie kann man gegensteuern?

Achtsamkeit und Verantwortung sich selbst gegenüber sind deshalb die beste Vorsorge. Stichworte sind: eine gesunde Work-Life-Balance; eine gute Strukturierung der Arbeit, etwa durch Zeit-Management; ausreichend Schlaf; Pausen und bewusste Auszeiten sowie Bewegung und ausgewogene Ernährung. Bei andauernden psychischen Fehlbelastungen wenden Sie sich bitte an Ihren direkten Vorgesetzten oder den Betriebsrat.


Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems

Bluthochdruck und Herz-Erkrankungen belegen seit Jahren die traurige Spitzenposition bei den lebensbedrohlichen Krankheiten in Deutschland und vielen weiteren Ländern. Bemerkbar macht sich ein schwächelndes Herz-Kreislauf-System durch Kurzatmigkeit, Herzrasen, Schlafstörungen und rasche Ermüdbarkeit.

Ursache

Beruflicher Stress, Frust am Arbeitsplatz (etwa durch ein Ungleichgewicht von Anstrengung und Belohnung) und Bewegungsarmut durch langes Sitzen zählen zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kommen weitere ungünstige Faktoren hinzu wie Rauchen, ungesunde Ernährung und Übergewicht steigt das Herz-Kreislauf-Risiko weiter an.

Wie kann man gegensteuern?

Bewegung, gesunde Ernährung sowie Strategien im Umgang mit Stress und Frustrationen zählen zu den effektivsten Maßnahmen zum Schutz unseres Herz-Kreislauf-Systems.


Kopfschmerzen

Vor allem bei intensiver Computerarbeit sind sie ein ungebetener Gast, beeinträchtigen das Wohlbefinden, stören die Konzentration und machen jegliche Arbeitsfreude zunichte: Kopfschmerzen. Fast jeder dritte leidet mindestens einmal im Monat unter den stechenden oder bohrenden Schmerzen.

Ursache

Häufig sind Verspannungen im Nackenbereich für Kopfschmerzen verantwortlich, ausgelöst durch Stress und eine verspannte Haltung. Aber auch ungünstige Lichtverhältnisse, schlechtes Raumklima, Lärm oder schlichtweg Flüssigkeitsmangel können das Entstehen .von Kopfschmerzen fördern.

Wie kann man gegensteuern?

Regelmäßige Pausen, Übungen zur Entspannung des Nacken- und Schulterbereichs, frische Luft und viel Wasser trinken gehören zu den effektivsten Vorsorgemaßahmen gegen Kopfschmerzen.


Beeinträchtigungen der Augen bzw. des Sehvermögens

Vor allem Bildschirmarbeit ist Schwerstarbeit für die Augen. Stundenlang im immer gleichen Abstand auf die kleinen Zeichen, schnellen Bewegungen und rasant wechselnden Hintergründe und Farben des Monitors zu starren, lässt sie müde werden, brennen oder tränen. Etwa 30 - 40 Prozent der Beschäftigten, die täglich länger als drei Stunden vor dem Rechner sitzen, klagen über Sehbeschwerden. Auch Verspannungen im Nacken und Kopfschmerzen können aus einer Überbeanspruchung der Augen resultieren.

Ursache

Ist Bildschirmarbeit generell schädlich für Augen und Sehvermögen? Das wurde bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Vielmehr spielen mehrere Faktoren eine Rolle.  Zum einen schätzt der Berufsverband der Augenärzte, dass bis zu 40 Prozent der Bevölkerung kein ausreichendes oder kein ausreichend korrigiertes Sehvermögen besitzen. Die fehlende oder falsche Brille strapaziert die Augen am Bildschirm zusätzlich. Weiterhin: Wer ohne Unterbrechung auf den Bildschirm starrt, reduziert automatisch seinen Lidschlag, der Tränenfilm wird nicht mehr regelmäßig erneuert und die Augen röten sich, brennen oder jucken. Trockene Heizungsluft verstärkt das Problem.

Wie kann man gegensteuern?

Die richtige Brille, ein ergonomischer Arbeitsplatz mit dem richtigen Abstand zum Monitor, ein gutes Raumklima und vor allem große und kleine „Sehpausen“ entlasten unsere Augen.