Gesundheitsrisiko Bewegungsmangel

© olly - Fotolia.com

Rund siebeneinhalb Stunden täglich sitzen die Deutschen im Durchschnitt im Büro, vor dem Fernseher, dem Computer oder im Berufsverkehr. Doch wer im Job am Stuhl festklebt und in den Pausen und der Freizeit nicht aktiv ausgleicht, kann irgendwann die gesundheitliche Quittung bekommen.

Bewegungsmuffel sind anfällig: Nicht nur für Verspannungen, Rückenschmerzen und überflüssige Pfunde, sondern auch für typische Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die WHO zählt Bewegungsmangel nicht ohne Grund zu den gefährlichsten Gesundheitsrisiken unserer Zeit: Laut Schätzungen sterben jährlich weltweit etwa 3,2 Millionen Menschen vorzeitig, weil sie sich zu wenig bewegen.

Bewegung ist die beste Medizin

Fakt ist: Wenn wir unsere Gesundheit langfristig erhalten wollen, kommen wir um Bewegung nicht herum. Schon 15 Minuten Bewegung täglich hat laut Studien der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden und die Lebenserwartung. Dabei muss es kein Leistungssport sein, flottes Spazierengehen reicht bereits. Die positiven Auswirkungen von Sport und Bewegung verstärken sich mit der Anzahl der Trainingseinheiten: Je intensiver und häufiger die Aktivität, desto schneller verbucht man Erfolge. Jede Viertelstunde zusätzlicher täglicher Aktivität verlängert nachweislich unser Leben, steigert die Lebensfreude, lässt uns besser schlafen, baut Stress und Anspannung ab, erhöht die Leistungsfähigkeit, sorgt für ein gutes Immunsystem und senkt das Risiko für unzählige Krankheiten. All das wirkt sich gerade auch mit zunehmendem Alter aus. Warum darauf verzichten?

Bewusst entscheiden und aktiv werden

Jede Bewegung ist gut, jeder Schritt zählt: Bewegung in seinen Alltag integrieren, Wege zu Fuß gehen, das Fahrrad nehmen und die Treppe statt des Aufzugs benutzen – gerade wer berufsbedingt viel sitzt, sollte jede Möglichkeit zur Bewegung nutzen und auch im Job so oft wie möglich aufstehen. Wer mehr für sich tun möchte, kann sich, je nach Altersklasse, Gesundheitszustand und Vorliebe, einer oder mehrerer Sportarten widmen und seine Bewegungszeit und -intensität langsam steigern. Laut WHO sind 30 bis 60 Minuten an fünf bis sechs Tagen in der Woche optimal.

  • Sein Leben nach seinen Möglichkeiten aktiver zu gestalten fängt im Alltag an: Gartenarbeit, der tägliche Spaziergang, der Weg mit dem Hund, mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren, Treppensteigen. Erkunden und nutzen Sie bewusst die Möglichkeiten, sich im Alltag zu bewegen.
  • „Bewegte“ Freizeitaktivitäten halten fit: Verabreden Sie sich zum Schwimmbadbesuch oder Spaziergang, buchen Sie einen Wanderurlaub, unternehmen Sie eine Fahrradtour, spielen Sie Federball oder Tischtennis – es gibt unzählige Möglichkeiten.
  • Regelmäßig Sport zu treiben ist aktiver Gesundheitsschutz! Fangen Sie mit kleinen Trainingseinheiten an und steigern Sie sich langsam. Wichtigste Voraussetzung: Sie sollten sich wohl dabei fühlen. Es geht weder um eisenharte Trainingspläne, noch um bestimmte Leistungsvorgaben und verbissenes Durchhalten – lockere, regelmäßige Einheiten „mit Spaßfaktor“ tun unserem Herzen besonders gut. Besonders herzfreundlich ist Ausdauersport wie Joggen, Walken, Schwimmen oder Radfahren.