Den Stress im Griff

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Empfinden Sie Ihren (Arbeits-)Alltag als herausfordernd im positiven Sinne oder als Hamsterrad aus Zeitdruck, Pflichten und Stress? Die Antwort, so hat die Stressforschung ergeben, ist nicht unbedingt an die Arbeitsmenge und Arbeitszeit gebunden. Bei der Entstehung von Stresserkrankungen spielen Stressauslöser wie perfektionistische Leistungsansprüche, übertriebener Ehrgeiz und übersteigertes Verantwortungsbewusstsein häufig die Hauptrolle.

In der – oft falschen – Überzeugung, uns Pausen nicht leisten zu können, permanent erreichbar sein zu müssen, alles zugleich erledigen zu müssen und das Privatleben ständig hintenanzustellen, setzen wir uns selbst unter Druck. Wer die vielen täglichen Herausforderungen in den Griff kriegen will, braucht deshalb vor allem eines: Einen Perspektivwechsel und eine innere Haltung, die seinem Wohlbefinden mehr Raum gibt.

Selbstfürsorge und Achtsamkeit statt Stressverschleiß

Tempo raus, innehalten, durchatmen – Achtsamkeit bedeutet nichts anderes, als Gedanken, Gefühle und das, was um einen herum geschieht, im Hier und Jetzt wahrzunehmen und mit dem nötigen Abstand zu betrachten. Das hilft sowohl vorbeugend als auch in akuten Stresssituationen. Denn wenn uns die Stressreaktion bereits eingeholt hat, sehen wir oft den Wald vor lauter Bäumen nicht: Stress macht uns blind für die Möglichkeiten, die wir haben. Der beste Weg, Stress zu bekämpfen, ist deshalb, zu vermeiden, dass er überhaupt entsteht. Das Mittel dafür gibt es nicht in der Apotheke: Konsequente Selbstfürsorge – das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern damit, achtsam zu sein für die Signale des Körpers und sich um seine Gefühlswelt zu kümmern, beizeiten das Tempo zu drosseln, wenn Überforderung droht, für Ruhepausen und stressabbauende Bewegung zu sorgen, ausreichend zu schlafen und auf eine gesunde Ernährung zu achten.

Stress? Da bleib ich gelassen!

  • Ausgleich zur Arbeit: Je größer die berufliche Belastung, desto wichtiger ist der Ausgleich. Nehmen Sie sich Zeit für Spaß, Freude und Genuss!
  • Selbstorganisation und Zeitmanagement: Gute Planung macht den Alltag stressfreier, hilft, Wichtiges vom Unwichtigem zu trennen und den persönlichen Zeitfressern das Futter zu entziehen.
  • Klare Grenzen: „Bis hierher und nicht weiter“ – wer seine Belastungsgrenze kennt und sich traut, angesichts überzogener Anforderungen auch mal „Nein“ zu sagen, lebt gesünder.
  • Humor: Lachen baut Stress ab, stärkt das Immunsystem, hilft effektiv gegen den „Tunnelblick“ in Stresssituationen und eröffnet so neue Lösungswege.
  • Soziale Beziehungen: Kontakte zu pflegen, sich gegenseitig zu unterstützen, Hilfe anzunehmen und anderen zu helfen, sind sie Quellen der Kraft und Stärke.
  • Bewusst abschalten: Wer abschalten kann, der arbeitet anschließend besser und effektiver. Dazu gehört, Arbeit und Freizeit sauber zu trennen, nicht rund um die Uhr erreichbar zu sein, die Gedanken um den Job nach Feierabend und am Wochenende aus dem Kopf zu verbannen und die Pausen für eine mentale Auszeit zu nutzen, z.B. auf einem Spaziergang.
  • Multitasking vermeiden: Konzentrieren Sie sich besser nur auf eine Sache und gehen dann zur nächsten über. Denn wer mehrere Dinge zugleich erledigen will, verzettelt sich leicht, die Fehlerquote steigt und die Konzentration lässt schneller nach, weil man sich ständig neu orientieren muss.
  • Aufgaben delegieren: Vielen Menschen fällt es schwer, Verantwortlichkeiten an andere abzugeben, Aufgaben zu delegieren und darauf zu vertrauen, dass diese zufriedenstellend erledigt werden. Wer es aber schafft, kann sich entspannter den wichtigen Aufgaben widmen.
  • Stress thematisieren und nach Lösungsmöglichkeiten suchen: Niemand ist unbegrenzt leistungsfähig und kann rund um die Uhr Höchstleistungen bringen: Sind Sie dauerhaft im Job gestresst, empfiehlt es sich, das Gespräch mit dem Chef zu suchen. Oft helfen schon kleine Veränderungen in der täglichen Routine oder eine bessere Arbeitsaufteilung unter den Kolleginnen und Kollegen, um Überforderung zu vermeiden.
  • Sport und Bewegung: Sport ist ein wahrer Stresskiller, der Stresshormone in Muskelkraft umsetzt und dadurch abbaut. Nach der körperlichen Anspannung sinkt der Blutdruck und Entspannung fällt viel leichter.
  • Entspannungstechniken: Eine wertvolle und effektive Hilfe sowohl bei der Vorbeugung als auch bei der Bewältigung von Stress und negativen Stimmungen sind Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training, Meditation oder Atemtechniken.